Ratgeber
Neue Leute kennenlernen im Studium.
Neue Leute lernst du im Studium am ehesten kennen, wenn ihr etwas zusammen macht: Ersti-Woche, Hochschulsport, Lerngruppe oder ein spontanes Treffen. Hier sind acht Wege, die du sofort ausprobieren kannst, auch wenn du gerade niemanden kennst.
Kurz gesagt
- Geh in den ersten Wochen zu möglichst vielem, was angeboten wird. Da kennt kaum jemand jemanden.
- Such dir etwas Regelmäßiges: Hochschulsport, Fachschaft oder eine Hochschulgruppe.
- Lern nicht allein. Eine Lerngruppe ist ein guter Grund, sich wiederzusehen.
- Mach den ersten Schritt klein. Ein Kaffee nach der Vorlesung reicht.
- Nutz eine App für Studierende, wenn du spontan etwas unternehmen willst.
Warum es am Anfang schwerfällt
Neue Stadt, neuer Stundenplan, hunderte fremde Gesichter im Hörsaal. Viele fangen bei null an, aber kaum jemand sagt es. Allein im Studienjahr 2025/26 haben in Deutschland 491.757 Menschen ihr erstes Hochschulsemester begonnen (Statistisches Bundesamt).
Etwa 25 Prozent der Studierenden fühlen sich zumindest manchmal einsam.
Im Wohnheim sind es 43 Prozent. Das zeigt eine repräsentative Befragung von rund 1.000 Studierenden Anfang 2026 (TK-Dossier 2026).
Du brauchst kein Talent für Smalltalk. Du brauchst feste Termine, bei denen man sich mehrmals sieht und dabei etwas zu tun hat.
Freundschaft braucht gemeinsame Zeit. Der US-Forscher Jeffrey Hall hat das in zwei Befragungen in den USA untersucht und schätzt: Nach rund 50 gemeinsamen Stunden werden aus Bekannten lockere Freunde, nach etwa 90 Stunden Freunde (Mitteilung der University of Kansas, 2018). Deshalb helfen Dinge, die regelmäßig stattfinden.
Acht Wege, um im Studium Leute kennenzulernen
1. Nimm die Ersti-Woche mit
In der Orientierungswoche kennt kaum jemand schon jemanden. Deshalb kommt man leicht ins Gespräch. Geh zur Campus-Rallye, zum Kneipenabend und zum Frühstück der Fachschaft, auch wenn du müde bist. Tausch am selben Tag Nummern aus und schlag direkt das nächste Treffen vor.
2. Geh zum Hochschulsport
Viele Hochschulen bieten günstige Kurse an, von Volleyball bis Yoga. Ihr seht euch jede Woche wieder, ohne euch verabreden zu müssen. Mannschaftssport macht es leicht, weil ihr beim Spielen ohnehin miteinander redet. Die Plätze sind oft schnell weg. Schau zum Semesterstart ins Programm.
3. Mach bei der Fachschaft oder einer Hochschulgruppe mit
Viele Fachschaften organisieren Partys, Spieleabende und Ersti-Fahrten. Hochschulgruppen gibt es für fast alles: Theater, Debattieren, Nachhaltigkeit, Musik. Wer mitmacht, hat bald eine feste Runde und eine Aufgabe. Das hilft besonders, wenn du nicht gern einfach so Leute ansprichst.
4. Gründe eine Lerngruppe
Frag in der Übung oder im Kurs-Chat, wer zusammen lernen will. Eine Lerngruppe ist ein guter Grund, sich regelmäßig zu sehen. Aus der Klausurvorbereitung wird oft der Kaffee danach.
5. Mach den ersten Schritt klein
Du musst niemanden beeindrucken. Ein Satz reicht: „Hast du die Aufgabe verstanden?“ oder „Gehst du auch in die Mensa?“ Setz dich in der Vorlesung öfter an denselben Platz. Aus bekannten Gesichtern werden mit der Zeit Bekannte.
6. Nutz Wohnheim, WG und Nebenjob
Im Wohnheim triffst du Leute aus vielen Fächern. Koch in der Gemeinschaftsküche, statt allein im Zimmer zu essen. Auch ein Nebenjob an der Uni oder im Café bringt dich mit anderen Studierenden zusammen.
7. Schau über den Campus hinaus
Neu in der Stadt? Sportvereine, Sprachtandems, Chöre und Ehrenämter nehmen oft gern neue Leute auf. Dort lernst du Leute kennen, die schon länger in der Stadt wohnen.
8. Nutz eine App für Studierende
Manchmal haben die eigenen Freunde keine Zeit, oder du kennst noch niemanden. Dafür gibt es Apps. Wir sind das Team hinter Froup, deshalb sagen wir es offen: Dieser Punkt ist eine Empfehlung in eigener Sache.
Bei Froup siehst du, welche Treffen Studierende in deiner Nähe heute planen: Kaffee nach der Vorlesung, Volleyball, Lernen in der Bib oder eine Kneipentour. Du tippst auf „Bin dabei!“ und gehst hin. Jedes Profil wird per Uni-Mail oder Studierendenausweis verifiziert. Die App ist kostenlos und läuft auf iPhone und Android.
Der Unterschied zum Gruppenchat: Du musst niemanden kennen, um dazuzukommen. Das Treffen steht schon.
Wenn du eher schüchtern bist
- Wähl kleine Runden statt großer Partys. Zu viert redet es sich leichter als zu vierzig.
- Such dir Treffen mit einer Aufgabe: Sport, Kochen, Lernen. Dann habt ihr gleich ein Thema.
- Geh zweimal hin. Beim zweiten Mal kennst du schon Gesichter.
- Übernimm eine kleine Rolle, zum Beispiel in der Fachschaft. Wer etwas zu tun hat, kommt leichter ins Gespräch.
Wenn du schon länger studierst
Auch im dritten Semester oder im Master ist es nicht zu spät. Nach einem Uni-Wechsel oder einem Auslandssemester stehen viele wieder ohne feste Runde da. Ein neuer Kurs, ein neues Hobby oder ein spontanes Treffen bringen dich wieder unter Leute.
Das Wichtigste zum Schluss
Such dir etwas, das regelmäßig stattfindet und bei dem ihr gemeinsam etwas tut. Der Rest ergibt sich oft von selbst.



